Das Bundesamt für Gesundheit hat am Dienstag die Verträge zur Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen veröffentlicht. Insgesamt flossen rund eine Milliarde Franken an die Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und Novavax. Diese Transparenzoffensive kommt spät, aber sie ermöglicht erstmals einen detaillierten Blick auf eine der teuersten öffentlichen Ausschreibungen der Schweizer Geschichte.
Die Verträge zeigen, dass der Bund bei Pfizer/Biontech die meisten Dosen bestellte. Moderna lieferte ebenfalls Millionen von Impfstoffen, während Novavax als dritter Anbieter eine kleinere Rolle spielte. Die Preise pro Dosis unterscheiden sich deutlich zwischen den Herstellern und auch je nach Vertragszeitpunkt. Wer früh kaufte, zahlte oft mehr. Das liegt an der damaligen Marktlage: Die Nachfrage überstieg das Angebot bei Weitem, und Staaten wetteiferten um Lieferzusagen.
Wirtschaftsredaktorin Lucia Theiler ordnet die Zahlen ein. Sie betont, dass der Preisvergleich schwierig bleibt. Die Schweiz verhandelte bilateral, andere Länder schlossen sich zu Einkaufsallianzen zusammen. Zudem enthielten die Verträge Klauseln zur Haftung und zur Liefersicherheit, die den Preis beeinflussten. Ob die Schweiz zu viel zahlte, lässt sich daher nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Entscheidend war damals die Geschwindigkeit, nicht der Sparplan.
Die Veröffentlichung der Verträge erfüllt eine langjährige Forderung von Politik und Medien. Sie schafft zumindest teilweise Klarheit über einen Einsatz öffentlicher Gelder, der unter Zeitdruck und inmitten einer weltweiten Gesundheitskrise erfolgte. Kritiker werden die Kosten weiterhin hinterfragen. Befürworter weisen darauf hin, dass jede verhinderte Hospitalisierung die Rechnung relativiert. Die Debatte über den richtigen Preis für kollektive Sicherheit wird also anhalten.
Quelle: SRF News