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Fedpol verhängt deutlich mehr Einreiseverbote dank ausländischer Hinweise

Das Bundesamt für Polizei hat 2024 rund ein Drittel mehr Einreiseverbote verhängt als im Vorjahr. Ausländische Hinweise führten zu einem sprunghaften Anstieg bei den Verfügungen.
17. April 2026Michael Rutt2 Min. Lesezeit

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Einreiseverbote ausgesprochen als noch 2023. Die Zahl stieg um rund ein Drittel an. Grund dafür sind vermehrte Hinweise aus dem Ausland, die der Behörde zugespielt wurden.

Genauere Zahlen nennt Fedpol in seinem aktuellen Lagebericht zur Kriminalitätsbekämpfung. Demnach verhängten die Eidgenossen 2024 insgesamt 2 432 Einreiseverbote. Im Vorjahr waren es noch 1 827 gewesen. Diese Verbote richten sich gegen Personen, die als Gefahr für die innere Sicherheit gelten oder deren Aufenthalt im Land als unerwünscht gilt. Die meisten Betroffenen stammen aus dem Westbalkan, gefolgt von Nordafrika und dem Nahen Osten.

Neben der Zunahme von Einreiseverboten beschäftigte die Ermittler auch die Organisierte Kriminalität. Fedpol registrierte hier eine zunehmende Professionalisierung der kriminellen Netzwerke. Besonders auffällig: Die Täter nutzen verstärkt digitale Kommunikationskanäle und verschlüsselte Messenger, um ihre Aktivitäten zu koordinieren. Geldwäsche und Betrug im Internet nahmen ebenfalls zu. Die Behörde rüstet deshalb ihre technischen Überwachungskapazitäten auf und baut die internationale Zusammenarbeit weiter aus.

Der Trend zu mehr Einreiseverboten dürfte sich auch 2025 fortsetzen. Fedpol erwartet weiterhin hohe Zahlen an Hinweisen aus europäischen Partnerländern. Die Schweiz profitiert hier von ihren Schengen-Verpflichtungen und den damit verbundenen Informationsaustausch-Mechanismen. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, die Balance zwischen Sicherheit und den Rechten Betroffener zu wahren. Einreiseverbote lassen sich nämlich nur dann rechtfertigen, wenn konkrete Gefährdungen vorliegen, nicht aber aufgrund bloßer Vermutungen.

Quelle: SRF News