Armin Papperger, Vorstandschef des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall, hat mit einer Aussage zur ukrainischen Drohnenproduktion einen Shitstorm ausgelöst. In einem Interview verglich er die ukrainischen Drohnenhersteller mit «Hausfrauen», die «in der Küche» produzieren – eine Formulierung, die nicht zum ersten Mal für Empörung sorgt.
Die Kritik richtet sich gegen die Herabwürdigung der ukrainischen Verteidigungsindustrie, die seit dem russischen Angriffskrieg massiv ausgebaut wurde. Ukrainische Drohnenbauer gelten als innovativ und effizient; ihre Produkte haben sich im Kampf gegen die russische Invasion bewährt. Pappergers Vergleich wird als abwertend und realitätsfern empfangen, zumal die Ukraine mit Selbstbau-Drohnen erhebliche Erfolge gegen die russische Schwarzmeerflotte und Infrastrukturziele erzielt hat.
Rheinmetall reagierte auf die öffentliche Empörung mit einer Stellungnahme. Das Unternehmen betonte, Papperger habe lediglich die dezentralen Produktionsbedingungen in der Ukraine beschreiben wollen, nicht aber die Leistung der ukrainischen Industrie schmälern. Dennoch bleibt die Wortwahl umstritten: Bereits im vergangenen Jahr hatte der Rheinmetall-Chef ähnliche Vergleiche verwendet und war dafür kritisiert worden.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen etablierten Rüstungskonzernen und der agilen ukrainischen Verteidigungswirtschaft. Während Rheinmetall auf Großserien und staatliche Aufträge setzt, hat die Ukraine mit niedrigschwelligen, kostengünstigen Drohnenlösungen neue Maßstäbe gesetzt. Die Debatte um Pappergers Äußerungen dürfte die Diskussion über die Zukunft der europäischen Rüstungskooperation weiter befeuern.
Quelle: Handelsblatt